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Juni 2003

Europäisches online Jugendmagazin

 

Magersucht bei Sportlern
ist immer häufiger zu beobachten




Hilfe gibt es unter anderem bei:
www.ANAD-pathways.de
und
www.magersucht-online.de/





Schöner neuer Mann?


Magersucht bei Männern nimmt zu


Von Melanie Reinert

Magersucht und Ess-Störungen sind Krankheiten, die man lange nur mit Mädchen und Frauen in Verbindung gebracht hat. Immer häufiger sind nun Männer von dieser Krankheit befallen. Wissenschaftler diagnostizieren einen dramatischen Wandel in den letzten 20 Jahren.
Die Werbung und Medien machen es vor. Heute genügt es nicht mehr, dass Männer einfach Männer sind. Zum Bild eines erfolgreichen Mannes gehört ein schlanker Körper, eventuell mit ausgeprägten Muskeln. Barocke Figuren sind out, der fettfreie Waschbrettbauch ist in. Da dieses Körperideal nicht einfach zu erreichen ist, lassen Männer sich einiges einfallen: Abführmittel, Entwässerungstabletten oder stundenlanger exzessiver Sport.

Was sind die häufigsten Ursachen für eine Magersucht?
- Kindheits- oder Familienkonflikte
- Probleme mit dem Erwachsenwerden
- Orientierung an übertreibenden Schönheitsidealen
- Mangelndes Selbstbewusstsein
- Familiäre Leistungs- und Erfolgsdruck
- Unbewusstes Aufmerksammachen auf die eigene Person
- Hilferuf nach mehr Beachtung und Liebe
- Streben nach Selbstständigkeit und Abgrenzung

Magersucht bei Sportlern


Ess-Störungen sind immer häufiger bei Sportlern zu beobachten, besonders bei denen, die einen Sport betreiben, der sehr großen Druck auf die Athleten ausübt, dünn zu sein. Sportarten wie Eiskunstlauf, Skisprung und Tanzen sind häufiger betroffen als zum Beispiel Basketball, Fußball oder Volleyball.
Beispiel Skifliegen: Ein Skispringer nimmt an einem Skiflugtag bis zu 2 kg ab. Aufgrund der Anspannung, erfolgt eine hohe Ausschüttung an Adrenalin (10-20 mal höher als normal). Adrenalin fördert den Abbau von Fett und Glykogen, also den Energiespeichern des Körpers. Durch den erhöhten Energieverbrauch und den Abbau der Energiereserven stellt sich zwangsläufig ein Gewichtsverlust ein. Die meisten Skispringer haben von vorneherein ein recht niedriges Gewicht und verfügen über wenig "Fettpolster" - so führt deren Abbau zur körperlichen Entkräftung. Gleichzeitig weiß der Springer aber auch: "Leicht fliegt weit."
Also, warum dann wieder die "so leicht" verloren Kilos zunehmen, wenn es doch ohne sie vielleicht zwei, drei Meter weiter geht?
Viele Springer laufen so leicht Gefahr an Magersucht zu erkranken.

Homosexualität und Ess-Störungen


Homosexualität wird ebenfalls häufig als Grund für die Entwicklung einer Ess-Störung bei Männern in Betracht gezogen. In einer Studie wird berichtet, dass das Vorkommen von essgestörten Männern, die homosexuell orientiert sind, bei 53% liegt. Besonders Jugendliche sind betroffen. Der Konflikt mit der eigenen Sexualität und der Neigung zum eigenen Geschlecht kann oft in einer Ess-Störung resultieren.
Die Tatsache, dass Jungen zwei Jahre später als Mädchen in die Pubertät kommen, könnte die Ursache für den späteren Anfang einer Ess-Störung bei Männern sein. Jungen neigen dazu, während der Pubertät vermehrt Muskeln anzusetzen, der Bartwuchs setzt ein und sie kommen in den Stimmbruch. Diese Veränderungen sind psychologisch gesehen schützender gegen ein negatives Körperbild.

Therapien


Die Therapieformen sind für Männer und Frauen gleich. Als psychosomatische Erkrankung werden fast alle Betroffenen stationär behandelt. Es gibt Familientherapien, Partnertherapien und auch Verhaltenstherapien. Zudem wird ein Ernährungsberater hinzugezogen, um einen ausgewogenen Ernährungsplan auszuarbeiten. Die Heilungschancen sind natürlich größer je früher mit der Behandlung begonnnen wird. Bei Magersüchtigen gelten von denen, die eine Therapie gemacht haben 40% als geheilt, 30% erholen sich beträchtlich, bei 20% spricht man von einer Chronifizierung und ca. 10% sterben an den Folgen der Sucht.

 

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