homeeuropeantiracismfriendsjobsget involved
homeabout pop-upeducationartsmusictravel

April 2002

Europäisches Online Jugendmagazin

 

Michael und Christian absolvieren bei der Dortmunder Actien-Brauerei AG ihre Lehre. Mit rund 4 Millionen Hektolitern, die dort jährlich gebraut werden, ist sie die fünft größte Brauerei in Deutschland. Besonders bekannt sind die Marken DAB Pilsener, Kronen Pilsener und Hövels Original Bitterbier. Insgesamt in über 80 Ländern der Erde werden die Marken dieser Dortmunder Brauerei getrunken.

Mehr über

DAB

anlage

Detaillierte Informationen zum Berufsbild Brauer und Mälzer

flash


International

In der Datenbank von Breworld kannst du dich an den Informationen rund ums Bier berauschen. (engl.)



United Kingdom

In Schottland ist das International Centre for Brewing and Distilling, das zur Biologischen Fakultät der Herriot-Watt University in Edinburgh gehört, für Ausbildung und Forschung im Malz- und Braubereich zuständig. Sehr innovativ ist, dass dort auch ein Aufbaustudium per Fernstudium absolviert werden kann.


Als Ausbildungs- und Studienzentrum für die Brauwirtschaft ist das


im Nordosten Englands der Universität von Sunderland angegliedert.


Frankreich

Kontaktadresse in Frankreich ist das "Institut Français des Boissons et de la Brasserie et Malterie".


Weitere würzige Links

Umfangreiches Material zur Brauwirtschaft halten die Seiten des Deutschen Brauerbunds bereit. Dort findest du Analysen der Marktsituation, Statistiken zur Bierproduktion und zum Verbrauch. Außerdem gibt es dort gute Erklärungen zum Deutschen Reinheitsgebot, den Biersorten und natürlich auch über die berufliche Seite in der Brauwirtschaft.


Eine überschäumende Bier-Datenbank


Hier sind Links zusammengefasst zu: Brauereien, Brauen, Bier, Verbraucherorganisationen, Bier E-zines, Heimbrauen, Veröffentlichungen ....(engl.)

anlage2

Bier als Beruf

Die Biermacher


Text: Dörthe Schmidt


Die Zeiten, als die Brauer noch am Kessel standen und per Hand die Maische rührten, sind längst vorbei. Heute wird beim Bierbrauen umfangreiche Technik eingesetzt. Der Brauberuf verlangt daher nach vielseitigen Menschen, die in der Lage sind, den Überblick über alle Vorgänge der Bierproduktion zu haben.
Zwei, die genau das erlernen, sind Michael Sandmann und Christian Strunk. Sie absolvieren in der Dortmunder Actien-Brauerei im ersten Lehrjahr ihre Ausbildung zum Brauer und Mälzer. Auch in einer Bierstadt wie Dortmund ist diese Ausbildung exotisch. "Wie, Du lernst Brauer? Gibt's das denn überhaupt?", so fragten Christans Freunde erstaunt, als sie von seiner Ausbildung erfuhren. Für seinen Kollegen Michael war das Berufsbild des Brauer und Mälzers, wie es vollständig heißt, ebenfalls neu, über das Arbeitsamt kam er erst in die richtige berufliche "Bierlaune". "Bier wird ja immer getrunken", meinten seine Eltern, sehr zufrieden mit der Berufswahl ihres Sohnes.



Von der Pike auf geht' s in ihrer Ausbildung los: "Zu erst einmal kommt es darauf an zu wissen, was überhaupt Bier ist", meint Michael. Bier besteht nach dem Deutschen Reinheitsgebot von 1516 nur aus den Zutaten Gerste beziehungsweise Malz, Wasser, Hopfen und Hefe.Aber wie daraus ein Pils, Export oder ein Malzbier gebraut wird, ist dann nicht mehr so einfach. "Bier ist ein gehopft vergorener Malzauszug, der sich in einer stillen Nachgärung befindet.", lautet ein Brauersatz, die kürzeste Erklärung für Bier. Die Bierherstellung ist ein komplexer Prozess. Um den zu verstehen, sind umfassendes naturwissenschaftliches, technisches und betriebswirtschaftliches Wissen erforderlich.



Das werden sich die beiden Azubis während ihrer dreijährigen Lehrzeit aneignen. Sie durchlaufen alle Stationen in der Brauerei: Lagerkeller, Schrotmühle, Sudhaus, Filtration, Gärkeller und Abfüllung. Und natürlich müssen die Brauer- und Mälzerazubis auch einen Teil ihrer Lehrzeit in der Berufsschule und in einer Mälzerei verbringen, wo aus der Gerste oder dem Weizen Malz hergestellt wird. Dort waren Christian und Michael aber noch nicht. So wissen sie bisher nur theoretisch, dass Malz eigentlich umgewandelte Gerste ist. Die Gerste wird in Wasser eingeweicht und zum Keimen gebracht, damit sich für das Brauen wichtige Enzyme bilden. Anschließend werden die Körner getrocknet, gedarrt, wie es in der Fachsprache heißt. Von der Höhe der Darrtemperatur des Malzes hängt es dann ab, ob das Bier später ein kühles Blondes oder ein süffiges Braunes wird.

Obwohl in den meisten Brauereien die Mälzerei ausgegliedert ist, ist dieses Tätigkeitsfeld so eng mit dem Brauen verbunden, dass der Brauer und Mälzer eben auch ein Ausbildungsberuf ist und nicht zwei.



In der Brauerei haben sich die beiden Azubis schon gut orientiert. Der Job ist sehr vielseitig: "Man kann gar nicht sagen, wie so ein ganz normaler Arbeitstag aussieht", meint Christian, "das hängt ganz davon ab, in welcher Abteilung man ist." Im Sudhaus zum Beispiel: In riesigen Kesseln wird dort das geschrotete Malz mit Wasser zu der Maische aufgekocht, wobei sich Stärke in Zucker verwandelt. Anschließend wird die fertige Maische filtriert und von den unlöslichen Bestandteilen getrennt. Es entsteht die Würze, der nun Hopfen zugesetzt wird. Die darin enthaltenen Bitter- und Gerbstoffe sind für das Aroma, die Haltbarkeit und den Schaum des Bieres verantwortlich. Äußerlich zu sehen ist von all diesen Vorgängen in den blitzeblanken Kesseln kaum etwas. Es riecht lediglich etwas nach Hopfen, und es ist angenehm warm.



Von der abgetrennten, verglasten Schaltzentrale aus wird die Produktion überwacht und chemisch-technisch kontrolliert. Auf einer großen Schaltwand wie in einem Flughafenterminal geben aufleuchtende Lämpchen an, was in den einzelnen Sudkesseln draußen passiert, Temperaturen und Zuflüsse der Mengen werden von hier aus geregelt. "Die Produktion ist sehr viel mit Computerarbeit verbunden, man bekommt zum Beispiel auch mit, was zu tun ist, wenn ein Fehler behoben werden muss." sagt Michael, und der Ausbildungsleiter Johannes Grobeis erklärt: "Im Sudhaus bekommen die Lehrlinge ein Verständnis für den chemischen Ablauf der Vorgänge und Zusammenhänge. Die Zusammenhänge zu verstehen, das ist im Moment weitaus wichtiger, als dass er hunderprozentig weiß, welcher Knopf in welchem Verfahrensschritt gedrückt werden muss. Dafür ist der Biersieder da. Das sind sehr qualifizierte Tätigkeiten, die der Auszubildende auch so alleine nicht ausführen wird. Wir bilden ihn dafür aus, dass wir ihn in die Lage versetzen, hinterher als Geselle dort eingearbeitet zu werden. Es ist ein Generalist, der hier herangebildet werden soll, das macht den Reiz aus."



Im Anschluss an die Vorgänge im Sudhaus wird der gehopften und klaren Bierwürze Hefe zugesetzt, die den gelösten Malzzucker natürlich-biologisch in Alkohol und Kohlensäure umwandelt. Dieser Vorgang wird Gärung genannt. Im kühlen Gärkeller lagert das fast fertige Gebräu in Tanks. Hier ist der handwerkliche Einsatz der Azubis gefordert. Viele Leitungen müssen verlegt werden, um die verschieden Gärtanks an die Anschlüsse und Abläufe anzubinden. Auch Proben von Reinigungsmitteln müssen kontrolliert werden. Bei dem Brauerjob ist für jeden etwas dabei, meint Michael: "Du machst körperlich was und du machst geistig was. Im Gärkeller ist es zum Beispiel wichtig zu wissen, welche Kreisläufe ich jetzt pumpen muss oder wie ich das Bier vom Gärtank zum Reifetank umzudrücken habe. Körperlich ist, die Bögen zu legen und sie festzuhämmern."



Abgesehen von allen anderen Arbeiten ist für die Brauertätigkeit vor allem auch eines wichtig: "Ein Brauer, das ist die Regel Nummer 1, muss immer gut reinigen können. Ein guter Brauer ist zugleich auch immer eine gute Reinigungskraft, automatisch.", betont Michael. Um alles keimfrei zu halten, müssen Leitungen, Filter, Bottiche und womit das Bier noch in Berührung kommt immer peinlich genau gepflegt werden. "Es kommt schon mal vor, dass man den ganzen Tag nur reinigen muss", sagt Christian, aber das gehört eben dazu, auch, "dass man sich mal dreckig machen kann."
Den ganzen Tag sind sie bei der Dortmunder Actien-Brauerei von so viel Bier umgeben. Wann dürfen sie denn auch mal einen Schluck trinken? Rein beruflich versteht sich. In der Filtration ist es soweit. Dort wird das Bier von den restlichen Hefesubstanzen getrennt und ist dann zu Abfüllung bereit. Die Brauer beurteilen das Bier auf Farbe, Trübung und Geruch. "Da wird schon mal eine Verköstigung durchgeführt, dazu muss man das Bier auch probieren. Man muss ja auch wissen, ob es gut schmeckt", sagt Christian.



Nicht nur das Bier schmeckt ihnen gut, sondern auch ihre Ausbildung. Wenn alles gut läuft und sich die beiden in ihrer Ausbildungs bewähren, die Ergebnisse im Betrieb und in der Schule stimmen, dann haben sie gute Chancen von der DAB übernommen zu werden. Denn da sollte man sich nichts vormachen: "Der Brauerberuf ist sehr markteng, es ist problematisch, etwas auf dem freien Markt zu finden, auch wenn man räumlich flexibel ist." sagt der Ausbildungsleiter. Ein Unternehmen wie die DAB bildet deshalb nach eigen Erfordernissen aus. Na denn: Zum Wohlsein.

 

EuropaStop RassismusFreundeBeruf
Misch dich einPop-up ClubUniKulturMusikReisen

Kontakt:team@pop-up.org
Pop-up webmaster: angeli@pop-up.org

©ewz dortmund

uP