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April 2002

European Youth Online Magazine

 



Das Unternehmen der pharmazeutischen Industrie Schering AG www.schering.de stellt unter anderem Kontrastmittel, die ein frühe Diagnose von Krankheiten erlauben sowie eine Reihe von Hormonpräparaten her, darunter auch die Antibabypille.



Bald haben die vier jungen Frauen ihre Ausbildung zur Chemikantin abgeschlossen: Stehend: Melanie Herdemann, Jennifer Kozole und Ausbilder Karl Heinz Grafenschäfer Unten sitzen Diana Dorietke und Cicek Akyüz




Diana demonstriert die Technik an der "Chargenversuchsanlage"


Chemikant / Chemikantin:

Ausbildungsdauer: 3 ½ Jahre

Tätigkeiten:

Steuern und überwachen chemische Produktionsvorgänge und verfolgen die chemische Reaktion in der Anlage auf Anzeigen, mit Messinstrumenten und an Bildschirmen.
Kontrollieren die technischen Anlagen und Apparate, die häufig computergesteuert sind, an Messwarten bzw. Leitständen.
Entnehmen Proben und führen einfache chemische und physikalische Untersuchungen durch (Produktionskontrolle).
Warten die Anlagen


Einsatzbereiche:

Chemikanten steht die Ausübung ihres Berufs in allen Bereichen der chemischen Industrie offen: In Unternehmen der Grundstoffindustrie und in Produktionsbetrieben zur Herstellung von Arzneimitteln, Kunstfasern, Farben und Lacken, Pflanzenschutz- und Düngemitteln, Kosmetika und Waschmitteln sowie in der Mineralöl- und Baustoffindustrie.


Vergütung:

Alte Bundesländer:
1. Jahr: 1060 DM
2. Jahr: 1155 DM
3. Jahr: 1277 DM
4. Jahr: 1385 DM


Neue Bundesländer:
1. Jahr: 817 DM
2. Jahr: 881 DM
3. Jahr: 957 DM
4. Jahr: 1038 DM


Weitere berufskundliche Infos:
www.arbeitsamt.de/


Berufsbild Chemikant/in
Kombination von Naturwissenschaft und Technik:


Hier stimmt die Chemie


Text: Dörthe Schmidt


Was ist das? Vier junge Frauen sitzen um einen Tisch herum und rechnen eifrig aus, wieviel Gramm gebundener Stickstoff in einer bestimmten Menge Ammoniumnitratlösung enthalten ist. Lösung: Diese jungen Frauen absolvieren eine Ausbildung zur Chemikantin und büffeln die Theorie für ihre Abschlussprüfung. Jennifer, Melanie, Diana und Cicek gehören zu den wenigen Frauen, die aus brodelnder Begeisterung für Chemie sich für diesen Beruf entschieden haben.


Bei dem pharmazeutischen Chemieunternehmen Schering lernen sie am Produktionsstandort Bergkamen, wie aus Chemikalien Wirkstoffe für Arzneimittel und Diagnostika hergestellt werden. "Das ist eigentlich das Gleiche wie beim Kochen. Zutaten, Temperatur und Zubereitungsart sind vorgegeben", meint Cicek. Nur in der Chemie heißen die Rezepte, nach denen gekocht wird, "Arbeitsvorschriften". Darin ist ausführlich vorgegeben, wie "man das genau machen soll, wieviel Kilogramm man von welcher Chemikalie dazugeben soll, wieviel Liter man abdestillieren soll und so weiter", erklärt Jennifer. Aber um solche Vorgaben entsprechend auszuführen zu können, müssen die Chemikantinnen während ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung viel technisches und chemisches Knowhow lernen. Ausreichend Gelegenheit haben sie dazu in den Schering eigenen Ausbildungsstätten und den Produktionsbetrieben, die sie durchlaufen.


Im Lehrlabor gehen sie mit den unterschiedlichsten Chemikalien um, sie beschäftigen sich mit chemischen Prozessen und im "Lehr-Rührwerk", einem typischen Produktionsort, lernen sie die teils sehr großen Apparaturen zu bedienen. Als ausgebildete Chemikantinnen wird es später ihre Aufgabe sein, chemische Produktionsabläufe in den unterschiedlichsten Anlagen mit verschiedenartiger Technik zu steuern und zu kontrollieren sowie dabei auftretende Fehler zu beheben. Die chemischen Verfahren werden oft von Computern oder Prozessleitsystemen gesteuert, aber während der Ausbildung "achten wir auch besonders auf die Vermittlung von manuellen Tätigkeiten", sagt der Ausbildungsleiter Karl Heinz Grafenschäfer. Gerade die sind wichtig, wenn die Chemikantin in die Prozesse eingreifen muss. Das ist auch nicht leicht, meint Melanie, denn "das Schwierige an dem Job ist es, die Instrumente zu bedienen, wenn man das halt per Hand machen muss. Ich muss wissen: Was muss ich aufmachen, was muss ich zulassen?" Dabei geht auch nicht immer alles glatt.


Problemlösungen finden


So berichtet sie von einem kleinen Problem, das auftrat, als sie in der "Trocknung" gearbeitet hat. Weil dort neue Produkte "gefahren" (hergestellt) werden sollten, mussten die Geräte, Zentrifugen, Trockner oder Rührwerke, mit entsprechenden Lösemitteln gereinigt werden. Diese wurden in dem Trockner gekocht. Um das Lösemittel abzulassen, muss es sich bis auf 30 Grad abkühlen. Dieser Prozess wird über die Computersteuerung von der Messwarte aus geregelt. "Nur diesmal hat es nicht so richtig geklappt mit der Kühlung." Deshalb mussten Melanie und ihre Kolleginnen nun von Hand die Anlagen steuern und regeln. Doch das Lösemittel kühlte immer noch nicht ab, und "hinterher haben wir herausgefunden, dass Druck im Trockner war", erklärt Melanie. Als der Druck herausgelassen wurde, ging alles tadellos.


Neben der Chemie spielt die Technik eine große Rolle in diesem Beruf, deshalb "setzen wir naturwissenschaftliches Interesse und technisches Geschick als grundlegende Einstellungskriterien voraus", sagt der Ausbildungsleiter.


Der Beruf ist abwechslungsreich."Man kann gar nicht so genau sagen wie ein typischer Arbeitsalltag aussieht, es kommt immer drauf an, wo man gerade ist, ob zum Beispiel in der Messwarte, in der MB-Aufarbeitung (Mikrobiologischen Aufarbeitung), in der Destillation oder in der Pumpenwerkstatt", erzählt Diana. Dies war auch für Cicek ein wichtiges Argument für diesen Beruf: "Ich wollte nicht den ganzen Tag im Büro sitzen, sondern Abwechslung, und das haben wir hier ja. Mal draußen, mal drinnen, mal vor dem Computer, mal vor Ort in der Produktion." Nach ihrer Ausbildung müssen sich die Chemikantinnen allerdings darauf einstellen, in Wechselschicht, also auch nachts, zu arbeiten.


Sicherheit


Egal, wo gerade gearbeitet wird, die persönliche Sicherheit wird großgeschrieben, denn "gefährlich ist immer etwas dann nur, wenn man nicht weiß, damit umzugehen.", sagt Melanie. "Wie ist der schöne Spruch?": "Ordnung plus Sauberkeit gleich Sicherheit", tönt es im Chor der Chemikantinnen. Arbeitsschutzkleidung - Handschuhe, Helm, Gummistiefel oder auch wenn nötig die Atemschutzmaske - ist selbstverständlich. "Aber unter der Maske schwitzt man leider so", bedauert Cicek, "das ist der Nachteil daran."


Für dieses Problem gibt es keine Lösung, dafür wissen aber alle, wieviel Gramm Stickstoff in der Ammoniumnitratlösung enthalten ist. Das ist eigentlich ganz einfach, verrät Melanie: "Das wird einfach nur mit einem stinknormalen Dreisatz gerechnet!"


Verwandte Berufe:


Chemielaborant / Chemielaborantin

Ausbildungsdauer: 3 ½ Jahre

Tätigkeiten:
Du beschäftigst dich in selbständiger Arbeit mit der Herstellung (Synthese) und der Untersuchung (Analyse) der unterschiedlichsten chemischen Substanzen.
Du untersuchst Grundstoffe und fertige Präparate.
Du bist beteiligt an der Entwicklung neuer Präparate bis zur Produktionsreife.
Du führst Qualitätskontrollen und messtechnische Aufgaben durch.
Du planst die in Laboratorien vorkommenden praktischen Arbeitsabläufe.
Du protokollierst die Arbeit und wertest die Ergebnisse aus.
Einsatzorte:
Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionslaboratorien der Industrie. An Hochschulen, in chemischen Forschungsstätten und in Umweltschutz-, Materialprüf- und Untersuchungsämtern


Biologielaborant / Biologielaborantin:

Ausbildungsdauer: 3 ½ Jahre

Tätigkeiten: Du führst Versuche durch in der Grundlagenforschung, der Arzneimittelforschung und -entwicklung, aber auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel der Diagnostik oder des Pflanzenschutzes.
Du planst gemeinsam mit Naturwissenschaftlern Versuche.
Du führst Untersuchungen an Tieren, Pflanzen, Mikroorganismen und Zellkulturen durch.
Du bist in der Lage anspruchsvolle Präparationen vorzunehmen.
Du entwickelst gemeinsam mit Naturwissenschaftlern Untersuchungsmodelle für Wirkstoffprüfungen.
Du führst molekularbiologische und biochemische Untersuchungen sowie gentechnische Experiente durch.
Du beobachtest und protokollierst die Versuchsabläufe, wertst die Daten aus und dokumentierst und bewertst sie mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung.
Einsatzorte:
siehe Chemielaborant


Pharmakant / Pharmakantin:

Ausbildungsdauer: 3 ½ Jahre


Tätigkeiten:
Du stellst Arzneimittel her. Dabei bedienst, wartest und pflegst du Anlagen und Maschinen zur Produktion von Pulvern, Tabletten und Dragees, Salben, Pasten und Cremes, Säften und anderen Flüssigkeiten.
Du verpackst und lagerst diese Produkte nach besonderen hygienischen Vorschriften, häufig in steriler Form.
Du wiegst und dosierst die Vorprodukte.
Du steuerst die vielfach automatisch arbeitenden Anlagen.
Einsatzorte:
Überwiegend in der pharmazeutischen Industrie


Es gibt tatsächlich Jobs im Paradies


Ferienjobs in Australien:
Infos dazu bei www.step-in.de

 
youthwork
 www.youthwork.net/
 

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